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Mercedes-Benz Typ S der erste der Weien Elefanten

Mercedes-Benz Typ S  der erste der Weien Elefanten

Debt vor 90 Jahren mit einem Sieg auf dem Nrburgring

Debt vor 90 Jahren mit einem Sieg auf dem Nrburgring Am 19. Juni 1927 gewinnt Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz Typ S das Sportwagenrennen zur Erffnung des Nrburgrings. Damit beginnt eine der grten Erfolgsgeschichten des Motorsports. Denn in den folgenden Jahren dominiert die Stuttgarter Marke mit den Kompressor-Sportwagen der Typen S, SS, SSK und SSKL das Renngeschehen in ganz Europa. Ein besonderer Triumph ist Caracciolas Sieg mit einem SSKL bei der Mille Miglia 1931: Er ist der erste Gewinner des Tausend-Meilen-Rennens, der nicht aus Italien stammt. Sportlich ambitionierten Privatfahrern bietet Mercedes-Benz die Typen S, SS und SSK in einer den Rennsportwagen sehr nahen Version an. Diese doppelte Faszination purer Sportlichkeit bietet heute die Modellfamilie des Mercedes-AMG GT (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,4-9,3 l/100 km. CO2-Emissionen kombiniert: 259-216 g/km*).

Stuttgart. S wie Sport: Exzellente Wettbewerbsfhigkeit steht bei der Entwicklung des Mercedes-Benz Typ S im Vordergrund. Das macht die Stuttgarter Marke schon mit der Bezeichnung des Kompressor-Tourenwagens klar. Am 19. Juni 1927 zeigt der Rennsportwagen in der Eifel, dass die Mercedes-Benz Konstrukteure und Techniker ganze Arbeit geleistet haben. Rudolf Caracciola gewinnt auf dem Typ S das Sportwagenrennen zur Erffnung des neuen Nrburgrings. Der Mercedes-Benz Fahrer erzielt die schnellste Zeit aller Klassen mit einem Durschnitt von 101,1 km/h. Sein Mannschaftskollege Adolf Rosenberger kommt ebenfalls auf einem Mercedes-Benz Typ S mit 93,6 km/h Durchschnitt auf Platz 2. Das Rennen wird seinerzeit noch auf der Nordschleife sowie der bis nach Mllenbach reichenden Sdschleife ausgetragen. Eine Runde auf dem kompletten Nrburgring ist damit rund 29 Kilometer lang. Der Mercedes-Benz Typ S wird aus dem Modell K des Jahres 1926 weiterentwickelt. Bereits dieses Fahrzeug, das auf dem gekrzten Fahrgestell des Typs 24/100/140 PS basiert, ist im Rennsport sehr erfolgreich. Das Grundkonzept des hubraum- und leistungsstarken Sechszylinder-Kompressor-Motors mit Doppelzndung behalten die Konstrukteure auch beim Typ S bei. Der neue Tourenwagen wird allerdings umfassend weiter fr den Rennsport optimiert mit gesteigerter Motorleistung, verbessertem Fahrwerk und verringertem Gewicht.

Fr den niedrigeren Schwerpunkt sind die Rahmenlngstrger nun auch an der Vorderachse gekrpft und die Krpfung an der Hinterachse vergrert. Den tiefer eingebauten Motor versetzen die Ingenieure zudem um 30 Zentimeter nach hinten, was die Achslastverteilung deutlich verbessert. Das Gewicht des Fahrgestells sinkt gegenber dem Modell K um rund 230 Kilogramm auf nun 1.270 Kilogramm. Zugleich wird der Hubraum um fast 550 Kubikzentimeter auf 6.789 Kubikzentimeter gesteigert. Mglich wird das unter anderem durch eine Umstellung des Motorblocks von trockenen auf nasse Zylinderlaufbuchsen. Durch die Hubraumerhhung und weitere Manahmen wie den Einsatz von Nockenwellen mit grerem Ventilhub und schrferen Steuerzeiten steigt die serienmig angegebene Motorleistung von 81 kW/110 PS (mit Kompressor 118 kW/160 PS) im Modell K auf 88 kW/120 PS (132 kW/180 PS mit Kompressor) beim Typ S.

Weie Elefanten
Das neue Fahrzeug gilt als erstes Modell der sogenannten Weien Elefanten. Mit diesem auf den ersten Blick wenig schmeichelhaften Namen versehen Rennsportfans die Hochleistungssportwagen der Typen S bis SSKL, mit denen Mercedes-Benz die Rennszene Ende der 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre souvern beherrscht. Gro sind die in der weien Rennfarbe Deutschlands lackierten Boliden, stark und mchtig das infernalische Brllen des Kompressors trgt ebenso seinen Teil zur Namensgebung bei. Doch da endet der Vergleich mit den Dickhutern auch schon.

Nach der erfolgreichen Premiere auf dem Nrburgring erzielen die Mercedes-Benz Rennfahrer auf Typ S zahlreiche weitere Erfolge. So belegen Rudolf Caracciola und Willy Walb vom 5. bis 9. Juli 1927 die ersten Pltze ihrer Klasse beim Automobilturnier von Baden-Baden. Caracciola gewinnt hier den Batschari Wanderpreis und siegt im Flachrennen ber 4,9 Kilometer zwischen Ettlingen und Rastatt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 165,8 km/h. Nur eine Woche spter am 17. Juli 1927 erzielt die Mercedes-Benz Werksmannschaft beim Groen Preis von Deutschland fr Sportwagen auf dem Nrburgring einen Dreifachsieg: Otto Merz gewinnt auf Typ S vor Christian Werner und Willi Walb. Am 13. und 14. August 1927 dominiert der Typ S das Internationale Klausenpass-Rennen in der Schweiz. Eine besondere Herausforderung stellt dieses Bergrennen an die Auslegung der Getriebebersetzungen. Denn die Strecke kombiniert zwei steile Serpentinenstcke mit groen Hhenunterschieden am Anfang und am Ende und ein vergleichsweise langes, ebenes Verbindungsstck im Hochtal Urnerboden. Die Mercedes-Benz Typ S nehmen an den offenen nationalen Rennen des ersten Tages sowie den internationalen Rennen des zweiten Tages teil. Caracciola gewinnt bei den nationalen Rennen auf Mercedes-Benz Typ S die Klasse der Tourenwagen ber 5 Liter Hubraum und stellt einen neuen Rekord fr Tourenwagen auf. Dieser wird bis zum Ende der Bergrennen auf den Klausenpass nicht mehr unterboten und besteht somit bis heute. Am 13. August 1927 gewinnen die Stuttgarter Typ S die ersten vier Pltze. Auf Caracciola folgen die Rennfahrerin Ernes Merck (Darmstadt) sowie Hans Hrlimann (Zrich) und Wilhelm Merck (Darmstadt). Am 14. August siegt Caracciola im Internationalen Rennen in der Klasse der Sportwagen bis 8 Liter Hubraum vor Hans Hrlimann und Ernes Merck. Die Rennfahrerin gewinnt den Damenpreis des Klausenpass-Rennens. Die Tagesbestzeit erreicht Otto Merz auf Mercedes-Benz Typ S. Merz startet in der Klasse der Rennwagen bis 8 Liter Hubraum.

Auch als Kundenfahrzeug erhltlich
So vielfltig wie die Rennsiege des Mercedes-Benz Typ S ist die Auswahl an Konfigurationen als Kundenfahrzeug. Der Sportwagen der Spitzenklasse wird ab Werk als offener Tourenwagen mit vier Sitzpltzen und als Cabriolet angeboten. Auerdem statten namhafte Karossiers wie Erdmann und Rossi (Berlin), Freestone and Webb (London), Papler (Kln), Saoutchik (Paris), van den Plas (Brssel) und Zietz (Genf) das Fahrgestell mit individuellen Karosserien aus. Der Typ S wird im Programm von Mercedes-Benz bereits im Jahr 1928 von den Typen SS und SSK abgelst, die ebenfalls die interne Bezeichnung W 06 tragen. Die Nhe zwischen Rennsport und Sportwagen fr ambitionierte Privatfahrer sorgt Ende der 1920er-Jahre fr eine doppelte Faszination purer Sportlichkeit bei den Kompressor-Tourenwagen von Mercedes-Benz. Heute bietet diese packende Verwandtschaft die Modellfamilie des Mercedes-AMG GT. Sie ist in mehreren Leistungsstufen als Coup und Roadster erhltlich. Die Speerspitze bildet der Supersportwagen GT R (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,4 l/100 km; CO?-Emissionen kombiniert: 259 g/km) mit Straenzulassung. Im Kundensport-Programm setzten die Teams erfolgreich auf den Mercedes-AMG GT3.

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO?-Emissionen neuer Personenkraftwagen knnen dem Leitfaden ber den Kraftstoffverbrauch, die CO?-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhltlich ist.


(7/6/2017)
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